Für den gesamten Blog gilt eine Triggerwarnung für so ziemlich alles, was mit Trauma zu tun hat.
Bitte achtet auf eure Grenzen beim Lesen der Texte.

Dienstag, 28. Juli 2020

#7: Unsere Lebensgeschichte

Ich weiß nicht, ob das überhaupt jemanden interessiert, aber ich erzähle es trotzdem! Ein Überblick über unser Leben:
Wir wurden vor 24 Jahren in der Nähe von Hannover geboren, mit einer Erbkrankheit namens Mukoviszidose. Die wurde direkt bei der Geburt diagnostiziert, weil unsere Schwester ein paar Monate vorher damit diagnostiziert worden war.
(Hier ganz viel Trauma reindenken.)

Ich, also Skye, mochte Menschen nicht sonderlich und verbrachte meine gesamte Zeit im Kindergarten alleine bis ich mich mit irgendeinem Typen anfreundete, mit dem ich Schwertkämpfe veranstaltete (natürlich mit abgebrochenen Zweigen). Allerdings verschwand der, nachdem wir in die Grundschule kamen, also hatten wir wieder keine Freunde. In der Grundschule fand ich nämlich auch alle doof.
Und auf dem Gymnasium auch.
(Ja, ich hab's nicht so mit Menschen.)
Immerhin durfte ich auf dem Gymnasium manchmal mein Gehirn benutzen!
Das brauchte mir allerdings auch nichts, weil die Lehrer anfingen, mir einzureden, dass ich nie irgendetwas schaffen würde, weil ich so schüchtern war. (Und offensichtlich waren Menschen, die ihr Abi nicht schafften, ja Menschen zweiter Klasse und definitiv nichts wert!)

Irgendwann zu der Zeit trennten sich auch unsere Eltern. Ein Lichtblick! (Weniger Trauma.)
Meine Mutter behandelte mich trotzdem wie die größte Enttäuschung ihres Lebens, auch wenn sie es scheinbar nicht so meinte und meine Schwester sowieso.
Deshalb fing ich an, mich selbst zu verletzen und schwänzte außerdem jeden zweiten Tag Schule, was 1.5 Jahre lang niemandem auffiel.
Meine Zeit verbrachte ich stattdessen in den Tiefen der Schülervz-Selbsthilfe (aka zweiter Account, falls jemand das noch kennt) und fand dort tatsächlich zum ersten mal in meinem Leben richtige Freunde! Also nicht alles schlecht.

Jedenfalls bis ich beschloss, jemanden von da zu waifun. Er wohnte nur eine Stunde von mir entfernt und wir schrieben uns kitschige Emo-Gedichte bis er meine beste Freundin ermorden wollte, weil ich sie mehr mochte als ihn und außerdem hatte ich die ganze Zeit Albträume, also suchte ich mir einen Psychologen und machte schlussendlich Schluss. Aber nicht, ohne eine Beziehung mit besagtem Psychologen anzufangen! (Er fing die Beziehung an, um genau zu sein.)
Zu dem Zeitpunkt, beziehungsweise eine Weile davor, entstand(?) übrigens Melanie und übernahm langsam immer mehr Aufgaben als Host.

Zwei Missbrauchsjahre später machte der Psychologe endlich Schluss und ich überlegte, ob es eine gute Idee wäre, einfach Prostituierte zu werden. Stattdessen beschloss Melanie, dass wir nun Ernährungstherapie studieren würden. (Wir hatten zwischendurch Fachabi gemacht, eine Ausbildung angefangen und sie wieder abgebrochen.)

In unserem sozialen Isolationshaft (aka ausgezogen sein trotz Fernstudium) beschlossen wir, dass es eine sinnvolle Idee wäre, einer Twitch-Community voller dreizehnjähriger notgeiler Männchen, die alle die Streamerin waifun wollten, beizutreten. Wir hatten nämlich nur noch einen Freund und der war vermutlich schon sichtlich genervt von unseren vierzigminütigen 'hallo, ich bin chronisch einsam'-Sprachnachrichten.
Glücklicherweise hatte ich gleich zu Anfang eine Diskussion mit irgend so einem random Typen, den ich überhaupt nicht mochte, der meinte, Freundschaft wäre was komplett anderes als Liebe, und trat daraufhin dem Discordserver des besten Freundes der Streamerin bei (er war an der Diskussion beteiligt).
Dort fanden wir tatsächlich wieder Freunde! Wir lernten außerdem so einen random Typen kennen, der ebenfalls streamte, eine voll tolle Stimme hatte, eine nicht ganz so voll tolle, aber ziemlich okaye Persönlichkeit (sowwy), dessen totes Herz Melanie erstmal heilte, nachdem er ihr zu edgy auf unserem Discordserver gewesen war (ja, wir haben auch mal gestreamt). (Das mit dem toten Herz ist übrigens ein Zitat von ihm, ich habe damit nichts zu tun.)
Melanie verliebte sich sogar in ihn! (Und stellte fest, dass es eben jener Typ von der Diskussion war.)

Leider merkten wir gleichzeitig und vor allem eigentlich deswegen, dass unser Exfreund uns tatsächlich missbraucht hatte und wurden sehr depressiv und mussten unser Studium abbrechen. Glücklicherweise brachte Melanies random Crush uns allerdings bei, wie man Leuten die Meinung pfeffert (in seiner Gegenwart ist das schwierig, nicht zu lernen) und wir teilten unserer Familie mit, dass wir sie nicht mehr besuchen und mit der Hälfte von ihnen auch überhaupt nicht mehr reden würden. Und damit meine ich, wir fuhren vorbei, hinterließen einen sehr dramatischen Brief und flüchten mitten in der Nacht aus der Wohnung.
Zu Melanies random Crush!
Er heißt übrigens ruru.

Danach kamen die beiden auch endlich zusammen.
Was mich nicht sehr erfreute.
Wir fingen außerdem eine Therapie an, die nichts brachte.
Aber am Ende fanden wir heraus, dass wir eine DIS haben!
Und nun sind wir hier.
Sehr spektakulär.
Zwischendurch gab es Trauma, jede Menge davon.
Aber das würde diesen Text so deprimierend machen.

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