Für den gesamten Blog gilt eine Triggerwarnung für so ziemlich alles, was mit Trauma zu tun hat.
Bitte achtet auf eure Grenzen beim Lesen der Texte.

Mittwoch, 14. April 2021

#48: I don't wanna live this way, it haunts my mind.

Ich wünschte, ich könnte zur Schule gehen, wünschte, ich könnte arbeiten gehen, wünschte, ich könnte irgendwas ohne direkt wieder sterben zu wollen. Jeder hat irgendwas, nur ich nicht, denke ich regelmäßig. Dabei haben andere Menschen genauso viel wenig wie ich. Und andere Menschen haben regelmäßige soziale Kontakte. Alle Menschen, die ich kenne. Alle, alle, alle. Und ja. Manchmal ist das nicht gut. Es ist immer noch besser, so sehr isoliert zu sein, als aktiv missbraucht zu werden. Aber es ist so verdammt leer.

Ich hatte einen Rückfall. Vorfall. Aufschneidungsfall. Ich hab mich selbst verletzt. Weil ich mich isoliert fühlte, aber zu viel Angst hatte, mit fremden Menschen in einen VC zu gehen. (Ich hasse VCs. Hasse, hasse, hasse sie.) Ich hab mir Mut angeschnitten, Angst weggeschnitten, Tränen weggeschnitten. Ich kann so verdammt viel leisten, wenn ich meine Gefühle einfach wegschneide.
Seitdem hab ich dieses Gefühl, dass es positiv ist (Selbstverletzung). Aber es gibt nichts. Es gibt nichts, das ich haben könnte, wenn ich nur irgendetwas schaffe. Es gibt keinen Grund, alles abzuschalten, weil ohnehin nichts da ist.

In mir schreit es. Ich habe ein ganzes Bild gezeichnet, um den Druck loszuwerden. Kunsttherapie. Blutrot und Schwarz, Schwarz, Schwarz. Die Pastellkreide zerkratzt mein Papier. Überall fliegen winzig kleine Papierfetzen durch die Gegend. Farbkrümel. Mein Leben liegt in Fetzen vor mir.
Ich weiß, dass ich traumatisiert bin. Von V und Blyth und dem ganzen, ganzen Leben, an das ich mich nicht erinnern kann. Ich weiß, dass ich eine akute Traumaphase habe. Ich weiß, ich weiß, ich weiß.
Ich bin ein Papierfetzen. Rausgekratzt aus meinem Leben. Ich habe Plüschtiere, mit denen Innenkinder Trauma nachspielen, um ruru zu zeigen, was sie nicht sagen können und jeder Schrei meines Lebens steckt in meiner Lunge fest. Es tut weh als würde sie zerbersten. Ich schmeiße Worte aus meinem Kopf in einen leeren Raum, damit ich das Gefühl haben kann, dass in mir irgendetwas existiert. Jeder Gedanke, den ich habe, verschwindet wieder. Ich erinnere mich an nichts.

[Wir haben Täterkontakt. Daran muss ich mich nicht erinnern. Die Nachricht ist einfach da.]

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