Auf diesem Blog geht es um Trauma, Traumafolgestörungen und unser Leben damit.
Bitte achtet auf eure Grenzen beim Lesen der Texte.

Freitag, 2. Dezember 2022

127

Ich musste heute an Oktober denken. Es ging mir da gut.
Na ja. Irgendwie auch nicht. Ich hatte Depressionen. Aber im Vergleich zu jetzt. Ich wollte nicht sterben. Ich wollte nicht die Welt anzünden. Ich wollte nicht
dich
brennen sehen.
Meine Paranoia sagt mir, dass du jedem erzählst, was ich „gemacht“ habe. Vielleicht nicht namentlich, aber sobald irgendjemand erfährt, dass wir mal zusammen waren, lebe ich in der Hölle. Die Realität ist, scheinbar, dass das nicht passiert, wurde mir gesagt. Die Realität ist auch, dass ich wünschte, ich könnte mich der Welt mitteilen,
was du gemacht hast,
was Blyth gemacht hat,
ich wünschte, es wäre mir egal,
jedes Mal, wenn ich Menschen sehe, die ihre Bedürfnisse erfüllen ohne den Rest der Welt mit einem Blick zu würdigen, wünschte ich, ich könnte nur ein wenig mehr so sein,
Menschen nur ein wenig mehr hassen,
ein bisschen weniger mich selber.
Ich habe das noch nie erlebt. Wenn ich in den Spiegel schaue, habe ich das Bedürfnis, mir die Augen auszukratzen, ein Messer in mich zu rammen, so abscheulich, abscheulich, abscheulich, ich hab dich angefasst, freiwillig, ich wurde nicht vergewaltigt,
schwanke zwischen Selbsthass, Selbsthass, Selbsthass, bis die Welt verstummt und ich nichts mehr finde außer Schreie,
ich hasse dich, „ich hasse ihn“, „ich will sein Leben zerstören“. Manchmal denke ich, ich könnte. Ich hab dich nicht „emotional vergewaltigt“, aber ich könnte.
Aber mein Leben ist schon kaputt und ich kann es nicht reparieren by dragging you down with me.

Dienstag, 29. November 2022

126

avis.
Bei all dem Denken und Denken darüber, ob ich mich missbräuchlich verhalten habe, fällst mir immer nur du ein.
2013 bist du gegangen und ich dachte: ich hab doch nichts gemacht, warum verlässt du mich dann, warum nimmst du mir weg, was mich glücklich macht? Aber - „wenn jemand gehen will, darf er gehen. Ich muss nicht die Welt dafür in Brand gesteckt haben“. Du hast mir nichts weggenommen. Du hattest einfach ein Leben, zu dem ich nicht mehr gehörte. Und warst für mich nur noch ein Objekt - so hab ich dich behandelt. Mein Antidepressivum; wenn ich dich hätte, wäre alles wieder gut.
Ich weiß nicht, ob ich 2013 irgendetwas gemacht habe, weswegen du gegangen bist und ich glaube, im Endeffekt ist es auch egal. Denn danach habe ich dir die Verantwortung für mein Leben hinterhergeschmissen. Ich hab nie gesagt, dass ich mich umbringe, wenn du gehst, but I might as well have said that. I sure as hell made it seem that way.
Das habe ich irgendwann letztes Jahr verstanden. Nie ausgesprochen, weil, warum, es ist fünf Jahre her, ich weiß nicht mal, wie du es wahrnimmst oder ob du überhaupt daran denkst. Es wäre nur für mich gewesen und du schon wieder nicht wichtig.
Aber ich hab das Gefühl, zu sagen, dass ich „nichts“ gemacht habe, dass ich niemanden missbraucht habe, übergeht dich. Und das hat auch niemand verdient.

Mittwoch, 23. November 2022

#125: you knew you knew you knew

Es frisst mich auf. Ich hab Flashbacks von Sachen, die nicht mal traumatisch waren, jede sexuelle Interaktion zwischen uns als hätte ich sie nie gewollt, fühle mich eklig, beschmutzt, violated. Meine Psychologin sagt, ich muss mir sicher in meiner Wahrheit werden, wie geht so was, wenn ich weiß, so sehr weiß, dass Menschen alles Schlechteste über mich denken, dass, wenn du sagst, ich hab dich missbraucht, dir jeder glauben wird und ich bin deine gestörte Ex, die alles umdreht, weil ich's nicht sehe und
es ist so egal, dass ich's nicht sehe, weil ich unabhängig davon, ob ich wirklich was gemacht habe oder nicht der schlimmste Mensch auf dem Planeten bin,

„es gab Fehler auf beiden Seiten“, du hast mich wie ein Objekt behandelt,
„emotionale Vergewaltigung“, dass ich es nicht mehr mitmachen wollte, obwohl du fast gestorben bist,
es ist mir scheiß egal, dass du fast gestorben bist, ich verdiene das nicht,
niemand verdient das.
Betonung auf meinem Egoismus als wäre es die Definition von heilig sich selbst aufzugeben, „wenn du dir aussuchen könntest, ob du stirbst oder tausend random Menschen“, Definition von Egoismus, dass ich in jedem Fall mich selbst rette, „mit dieser Haltung ist es einfach jemanden zu missbrauchen“,
ICH STAND VOR DIESER WAHL MEHRMALS IN MEINEM LEBEN, HOW FUCKING DARE YOU,
weißt du, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, dass ich mich NICHT schlecht fühle, dass ich es JEDERZEIT WIEDER so entscheiden würde, weißt du, wie viele Innenkinder das Gefühl haben, dass sie böse sind deswegen,
NEIN, WEIẞT DU NICHT, WEIL DIE BLOẞE EXISTENZ VON INNENKINDERN DICH ÜBERFORDERT

Ich möchte mich übergeben, es ist so kaputt, es fällt mir immer mehr auf.